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Aus der Profiperspektive

Die Gartensaison ist noch längst nicht vorbei

„Nach der Saison ist vor der Saison“ könnte das Mantra der Gartengestaltung lauten. Zwar geht die Arbeit an Rasen, Hecke und Beeten allmählich in die Winterpause, doch sollte das nicht heißen, dass man sich körperlich und gedanklich für das Winterhalbjahr aus dem Garten abmeldet. „Im Gegenteil“, für Gartenfreunde stehen gleich mehrere Punkte auf der To-do-Liste, für die Herbst und Winter die ideale Zeit sind. Ein gutes Beispiel ist die Gartenplanung. Die Argumente dafür, sich jetzt mit Planspielen rund um das grüne Wohnzimmer zu beschäftigen, sind vielfältig: Wer seinen Garten liebt, möchte ihn am liebsten das ganze Jahr über genießen, und das lässt sich ja auch auf einer theoretischen Ebene sehr gut machen. Darüber nachzudenken, wie man das eigene Paradies noch paradiesischer gestalten kann, hebt definitiv die Stimmung.

Doch es gibt auch ganz handfeste Argumente für den herbstlichen Einstieg in die Planung der kommenden Gartensaison: Noch sind die Eindrücke frisch. Man erinnert sich genau, was gut und was vielleicht auch weniger gut war. Damit hat man dann seine Ansatzpunkte für die Weichenstellung. Gutes kann noch weiter verbessert, Schwachstellen können gestärkt werden, damit dann das kommende Gartenjahr noch schöner werden kann als das zurückliegende.

 

 

Raus in den Garten

Allerdings sollte sich die Auseinandersetzung mit dem Optimierungspotential des Gartens nicht nur in der mollig warmen Stube abspielen. Diese sollte in jedem Fall mit einem winterlichen Außentermin verbunden werden – gern auch in fachkundiger Begleitung. Wenn weder bunte Blüten noch frisches Laub die Aufmerksamkeit beanspruchen, ist der Garten auf seinen Kern reduziert. Kahle Gehölze offenbaren eher Mängel im Wuchs, ausgeputzte Beete zeigen Löcher in der Bepflanzung. Man sieht also deutlich, wo man ansetzen kann, um im nächsten Jahr ein noch schöneres Pflanzbild zu erzielen.

Und damit ist auch schon die Überleitung zum praktischen Teil der winterlichen Gartenarbeit erfolgt, denn anders als viele Hobbygärtner legt der Profi Pflanzungen am liebsten ab Oktober an. Herbst und Winter sind, solange es nicht friert, die beste Pflanzzeit für Gehölze, größere Sträucher und Heckenpflanzen. Da ist zum einen die Qualität der Pflanzen. Der Herbst ist die Zeit für Ballenware, also die Pflanzen, die in der Baumschule im Erdreich gewachsen sind und für den Verkauf dann ausgepflanzt wurden. Deren Wurzelwerk ist feiner verästelt als das von Pflanzen, die im Topf gezogen wurden und kann die Pflanze besser mit Nährstoffen versorgen. Zum anderen verweist der Profi auf den Zeitgewinn, den eine Pflanzung außerhalb der eigentlichen Gartensaison für Pflanze und Gartenbesitzer bringt: Wer im Herbst pflanzt, gibt den Pflanzen schon ein paar Monate Zeit, sich zu akklimatisieren und schon einmal einzuwurzeln, bevor die eigentliche Vegetationsperiode mit Blattaustrieb, Blüten- und Fruchtbildung losgeht. Die fallen dann meist schon in der ersten Saison üppig aus, weil die Pflanze Zeit genug hatte, sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen.

 

Vieles ist machbar

Wer bei seinen herbstlichen Planungen zu der Erkenntnis kommt, dass er in seinem Garten etwas verändern möchte, kann übrigens nicht nur das Pflanzen direkt angehen: Wenn das Wetter mitspielt, können auch die meisten baulichen Maßnahmen problemlos vor der eigentlichen Gartensaison angegangen werden. Dann ist zum Beispiel die neue Terrasse schon fertig, wenn die Gartensaison beginnt.

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