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Update für
Schwimmteich und Pool

TEXT   Stefanie Syren

Den Traum vom eigenen Schwimmteich oder Pool haben sich viele Gartenbesitzer vor Jahren oder gar Jahrzehnten erfüllt. Doch natürlich gehen die Zeit, der technische Fortschritt und auch der Zeitgeist an solchen Badegewässern nicht spurlos vorbei. Schwimmteich- und Poolbau haben sich weiterentwickelt, Technik veraltet, Bedürfnisse ändern sich. Deshalb brauchen viele ältere Anlagen eine mehr oder weniger grundlegende Überarbeitung, um ihren Besitzern wieder den Badespaß bieten zu können, den sie haben wollen. Die gute Nachricht ist aber: Mit fachkundiger Hilfe ist das wunderbar machbar.

Als die ersten Schwimmteiche vor rund 30 Jahren gebaut wurden, waren viele Gartenbesitzer von der Idee begeistert, im eigenen Garten in naturbelassenem Wasser und naturnaher Umgebung zu baden. Damit gab es endlich einen Gegenentwurf zur bis dahin einzig möglichen privaten Badegelegenheit, dem Swimmingpool mit seinem gechlorten Wasser. Schließlich beruht das Prinzip des Schwimmteichs doch auf chemiefreier Wasseraufbereitung, bei den allerersten Anlagen meist auch ohne größeren Einsatz von Technik. Das Grundprinzip eines Schwimmteichs ist, dem Wasser mithilfe von Pflanzen Nährstoffe zu entziehen und so Algenwachstum zu verhindern. Deshalb verfügen Schwimmteiche immer über einen Schwimmbereich und eine mit diesem baulich verbundene bepflanzte Regenerationszone. Werden solche Anlagen fachgerecht gebaut, regelmäßig und fachmännisch gepflegt, funktioniert ein Naturteich auch noch Jahrzehnte nach seiner Anlage.

Christian Bahl, Gärtner von Eden aus Kiebitzreihe bei Elmshorn, baute den ersten Schwimmteich für einen Kunden im Jahr 1999: „Den Teich haben wir organisch geformt, damit er sich gut in die umgebende Landschaft einfügt. Diese Anlage ist noch in Betrieb und funktioniert einwandfrei.“ Sein Kollege Peter Bohr, Gärtner von Eden im saarländischen Merzig, hat den ersten Schwimmteich sogar vor über 25 Jahren gebaut: „Das war der Schwimmteich für unseren Schaugarten, und der hatte als einzigen Technikbaustein einen Skimmer.“ Eine solche Oberflächenabsaugung, die unter anderem auf dem Wasser schwimmendes Laub absaugt, wird auch in naturnahen Teichen häufig eingesetzt und erleichtert die Pflege.

Technischer Fortschritt

Zwar bauen Christian Bahl und Peter Bohr auf Kundenwunsch auch heute noch solche minimalistisch ausgestatteten Schwimmteiche. Allerdings hat sich in den vergangenen 25 Jahren bei den naturnahen Badegewässern einiges getan. So ist der quasi technikfreie Schwimmteich heute bei den Neuanlagen eher die Ausnahme, und auch Bestandsanlagen lassen sich vom Fachmann nachträglich mit zusätzlichen Technikbausteinen ausrüsten, ohne dass sie ihre natürliche Anmutung verlieren. Gerufen werden Bahl und seine Kollegen außerdem auch immer wieder, wenn Schwimmteiche nicht fachgerecht ausgeführt wurden und deshalb „nicht richtig funktionieren“, also etwa das Algenwachstum zu stark und damit die Wasserqualität schlecht ist. Auch solche Anlagen können Fachleute retten.

Das Fazit der Experten: „Meiner Meinung nach ist das Ende der Chlorschwimmbäder eingeläutet“, ist Peter Bohr überzeugt. Und Christian Bahl trägt seinen Teil dazu bei, diese Entwicklung zu fördern: „Alte und sanierungsbedürftige Pools gibt es reichlich. Die Chlortechnik demontieren wir meist und ersetzen sie durch neue Komponenten. Schwimmteiche, aber vor allem auch Biopools gehört die Zukunft.“

Welche Umbau- und Modernisierungsmöglichkeiten es gibt, zeigen die folgenden Beispiele:

Fall 1: Technische Modernisierung eines Schwimmteichs

Peter Bohr hat seinem naturnahen Teich vor drei Jahren etwas mehr Technik spendiert: Skimmer, Pflanzen- und Phosphatfilter. Unbedingt nötig war das nicht, doch die Filter unterstützen die Reinigungsleistung der Pflanzen. Der neue Skimmer siebt nicht nur Laub, sondern auch feinsten Blütenstaub ab. Diese unkomplizierte, aber wirkungsvolle technische Maßnahme empfiehlt Bohr deshalb auch jenen Teichbesitzern, die ansonsten möglichst wenig Technik einsetzen möchten.

Ein zusätzlicher Pflanzenfilter in der Regenerationszone erhöht die Transparenz des Wassers. Er ist vor allem für jene Teichnutzer empfehlenswert, die sich an den vorübergehenden Eintrübungen des Wassers, die in einem naturnahen Teich zumindest tageweise normal sind, stören und ganzjährig klares Wasser wünschen. Wer zudem Algen förmlich aushungern möchte, kann in einem weiteren Schritt einen Phosphatfilter einbauen lassen. Dieser ist dem Pflanzenfilter nachgeschaltet und bindet über ein Granulat Phosphat – jenen Nährstoff, der das Algenwachstum beschleunigt.

Fall 2: Vom Schwimmteich zum Biopool

Aus einem Schwimmteich lässt sich durch den Einbau entsprechender Technikkomponenten ein Biopool machen. Dessen Wasser wird ebenfalls rein biologisch aufbereitet, allerdings nicht durch Pflanzen, sondern mit speziellen Filtersystemen. So kann man weiterhin in naturbelassenem Wasser schwimmen. Interessant ist eine solche Maßnahme zum Beispiel dann, wenn man seinen Garten auch optisch verändern möchte, denn Schwimmteiche wirken durch ihre bepflanzte Regenerationszone meist sehr naturnah, während Biopools Designelemente in die Gartengestaltung bringen. Außerdem brauchen Biopools weniger Platz als Schwimmteiche, weil ja keine Regenerationszone nötig ist.


Christian Bahl
»Schwimmteichen, aber vor allem Biopools gehört die Zukunft.«
Fall 3: Vom Chlor- zum Biopool

Die gleiche Technik, die Naturteichen zu konstant klarem Wasser verhilft, lässt sich auch in konventionelle Swimmingpools einbauen. So wird auch Jahrzehnte nach dem Bau aus einem Schwimmbecken mit gechlortem Wasser ein zeitgemäßer Biopool. Dessen Wasser ist dank modernster Filter- und Pumpentechnik so kristallklar, dass er sich rein optisch von seinem konventionellen Ahnen nicht unterscheidet.

Eine solche Umrüstung wünschen sich viele von Peter Bohrs Kunden: „Immer mehr Schwimmbadbesitzer möchten biologisch aufbereitetes Wasser und ein chemiefreies Badevergnügen.“ Die Technikbausteine verschwinden meist unterhalb des Sonnendecks, sodass ein Biopool nicht mehr Fläche als eine konventionelle Anlage braucht.

Fall 4: Schwimmteichsanierung

Mangelhafte Abdichtung, zu geringe Wassertiefe, falscher Standort, zu wenig oder die falschen Wasserpflanzen, zu kleine Regenerationszone, ungenügende technische Ausstattung: Die Liste der potentiellen Mängel beim Schwimmteichbau ist lang. Mangelhaft ausgeführte Teiche lassen sich sanieren und so – wenn auch mit einiger Verzögerung und finanziellem Mehraufwand – doch noch in das heiß ersehnte Badeparadies verwandeln.

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