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TEXT   Andreas Tenhafen

Wenn der Frühling Einzug hält, summt und brummt es wieder auf den Wiesen und in den Gärten. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge erwachen aus dem Winterschlaf und machen sich an die Arbeit. Sie gehen auf Nahrungssuche und erledigen dabei die Bestäubung von Blumen und Pflanzen gleich mit. Doch wie finden Blüten und Bestäuber eigentlich zusammen?

Blühende Pflanzen und tragende Obstbäume wünschen sich die meisten Gartenbesitzer. Damit es klappt mit prächtigen Blumen und reicher Ernte müssen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Fliegen in den Garten gelockt werden. Denn die Insekten sammeln Nektar und transportieren dabei die männlichen Keimzellen, den Pollen, auf den klebrigen Stempel der Blüte. Doch einige der kleinen Helfer sind wählerisch. Nur, wenn ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorhanden ist, nehmen sie die Einladung an.

Platz für die Landung

Hierzu muss man wissen: Nicht jedes Insekt kann oder will jede Blüte bestäuben. Der Blütenbau und die Lage der Nektardrüsen etwa machen es bei vielen Pflanzen nur bestimmten Insekten möglich, die Befruchtung durchzuführen. So werden fast alle Salbeiarten ausschließlich von Bienen oder kleinen Hummeln bestäubt, weil zu große Insekten nicht zum Nektar im Schlund der Blüte vordringen können. Schmetterlinge etwa wären hier chancenlos. Sie benötigen mehr oder weniger horizontale Landeplätze, die sie leicht umklammern können. Dabei suchen Tagfalter mit Vorliebe Pflanzen auf, bei denen sie mit ihrem Rüssel über eine enge Röhre an den Nektar gelangen. Bartnelken und Sommerflieder beispielsweise erfüllen diese Kriterien.

Meister der Täuschung

Viele Pflanzen sind sehr kreativ, wenn es darum geht, Bestäuber anzulocken. Hauptanreiz ist der Nektar, der zu diesem Zweck aus den Honigdrüsen ausgeschieden wird. Auffällig gefärbte Blüten oder ein starker Duft zählen zu den weiteren Mitteln, mit denen die Helfer verführt werden sollen. Wieder andere Pflanzen täuschen den Insekten eine Belohnung vor, indem sie das Aussehen anderer Pflanzen oder gar das von paarungsbereiten Insekten imitieren. Orchideen sind wahre Meister in dieser Vorgehensweise. Sie bieten den Insekten keinen Nektar, und sind deshalb auf Täuschungen angewiesen. Obwohl die in die Irre geführten Insekten das Manöver letztendlich erkennen, fallen sie beim nächsten Mal doch wieder darauf herein. Was die Bestäuber angeht, sind viele Pflanzen nicht sehr wählerisch. Rosen etwa bieten sowohl Nektar als auch Pollen in reichen Mengen an und dienen somit als Nahrungsquelle für verschiedene Tiere.

Rekordverdächtig 

Wenn es dann noch ein paar Grad wärmer geworden ist, fliegen auch die Honigbienen über Wiesen und durch Gärten. Sie bestäuben etwa 80 Prozent aller Blühpflanzen und sind damit in unserer Region die wichtigsten Bestäuber überhaupt. Rund 2.000 Blüten bestäubt eine Biene – täglich, wohlgemerkt! Ein Volk, das aus etwa 50.000 Bienen besteht, fliegt im Frühling und Sommer etwa 7,5 Millionen Blütenkelche an. 30 Kilogramm Pollen und 600 Kilogramm Nektar werden dabei in den Stock geschafft. 

Und noch ein weiteres Insekt spielt bei der Bestäubung eine wichtige Rolle: Die Schwebfliege liegt hierzulande nach der Biene auf dem zweiten Rang der wichtigsten Bestäuber. Sie ernährt sich ebenfalls von Pollen und Nektar und sorgt ebenso für hohe Erträge und blühende Gärten.

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