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Gärtner von Eden finden
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TEXT   Christiane Stoltenhoff

Es gibt Gärten, deren Anblick macht einfach glücklich: Alles scheint genau im rechten Maß vorhanden und am passenden Platz zu sein. Wie viel gestalterisches Können einer solchen scheinbar vollkommen natürlichen Idylle innewohnt, enthüllt ein Blick auf die Bilder, die den Garten vor seiner Umgestaltung zeigen.

Alltäglicher könnte die Aufgabenstellung an einen Gartengestalter kaum sein: „Unsere Kinder brauchen den Sandkasten, den Kletterturm und die Fußballtore nicht mehr. Jetzt möchten wir einen Garten, der mehr den Bedürfnissen von uns Erwachsenen entspricht.“ So ungefähr lässt sich das Briefing zusammenfassen, das Gartengestalter Hans-Peter Forster aus Titterten im Kanton Basel-Landschaft von den Besitzern eines rund 400 Quadratmeter großen Gartens im Mai 2017 bekam und wie er und viele seiner Berufskollegen es schon viele Male zuvor gehört hatten.  Und genauso alltäglich wie das Briefing präsentierte sich auch der Familiengarten, den Forster sich wenig später anschaute: große Rasenfläche, viele Spielgeräte, ein paar Beete, der eine oder andere Obstbaum – alles sehr gepflegt, aber unpersönlich. Die Kunst von Hans-Peter Forster besteht nun darin, aus einem solchen 08/15-Garten die individuelle Wohlfühloase zu machen, die sich die Besitzer erträumen. Forster konzipierte ein maßgeschneidertes Wohlfühlparadies mit überbordender Pflanzenfülle und hoher Aufenthaltsqualität – ohne die veränderten Inte-ressen der Kinder aus dem Blick zu verlieren.

Ein Blick, zwei Welten

Das Gegenteil von Ordnung muss nicht Unordnung sein, wie ein Blick auf die Totale dieses Gartens beweist. Der Anblick des Gartens nach der Umgestaltung zeigt ein völlig anderes Erscheinungsbild. Vorher war alles ordentlich, übersichtlich, mit einem Blick erfassbar. Und danach? Keinesfalls unordentlich, sondern vielschichtig, abwechslungsreich, überraschend. Übersichtlichkeit und Ordentlichkeit sind für einen Garten nicht unbedingt die attraktivsten Eigenschaften.

Blick in die Zukunft
Der Plan des Gartens zeigt noch nicht realisierte Elemente wie
den Pavillon mit Holzdeck oder die Petanque-Bahn. Sie sollen später umgesetzt werden.
Weg mit dem Rasen - zumindest weitgehend

Kinder lieben Wiesen, auf denen sie herumtollen, kicken, picknicken können. Deshalb steht eine ausladende Rasenfläche kindgerechten Gärten rein funktional natürlich bestens zu Gesicht. Allerdings ist Rasen nicht unbedingt eine Wunderwaffe, wenn es darum geht, einen Garten abwechslungsreich zu gestalten. Deshalb ist es ein kluger Schachzug, nach der Alles-im-Sinne-der-Kinder-Phase im Garten auch die Größe der Rasenfläche zu hinterfragen. Hans-Peter Forster tat genau dies und reduzierte den grünen Teppich um fast zwei Drittel. So gewann er enorme gestalterische Freiheit. Wo sich vorher schmale Beete ganz schüchtern am Rand um den großen Rasen gruppierten, ist heute Raum für üppige Pflanzflächen, einen großzügig dimensionierten zusätzlichen Sitzplatz sowie eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten. Und Platz zum Spielen und sogar für das Trampolin bietet der noch vorhandene Rasen obendrein.

Aus dem vollen geschöpft

Ganz natürlich sollte nach dem Willen der Besitzer der neu gestaltete Garten aussehen. Das erreichte der Gartengestalter, indem er zum einen auf geschwungene Linien setzte, womit er auch dem Grundstück mit seiner eigenwillig dreieckigen Form das Geometrische nahm. Die Beete, Sitzplätze und auch der Rasen haben nun unregelmäßige Außenkanten, ganz so, als habe die Natur selbst nach dem Zufallsprinzip die Grenzen
zwischen ihnen gezogen. Zum anderen stellten die Bauherrin und der Gartengestalter die Pflanzen so zusammen, dass in den Beeten herrliche Abwechslung in puncto Blatt-, Blüten- und Wuchsformen, Strukturen und Farben herrscht: Gräser wachsen hier neben Hibiskus, eichblätt-riger Hortensie, Sterndolde, Aster und Spornblume – und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Pflanzliste. Geblieben sind lediglich die Obstbäume, die schon vor der Umgestaltung locker auf dem Rasen verteilt standen. Sie gliedern sich perfekt in das naturnahe Bild ein.

Ein Platz für jede Gelegenheit

Bei aller Naturnähe wirkt der Garten dennoch ganz modern. Das liegt vor allem an der Gestaltung der neu angelegten Sitzplätze. Direkt am Haus blieb alles beim Alten mit klassischem Essplatz  und Pergola. Inmitten üppiger Beete entstand quasi im Zentrum des Gartens ein großzügiger gekiester Platz – später soll hier vielleicht einmal ein moderner Pavillon mit Holzdeck stehen. Erst einmal platzierten die Gartenbesitzer dort ihr modernes Loungesofa, Sitzpoufs dazu – und fertig ist der Boho-Style. Hier sitzt man im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Grünen, denn nicht nur hinter der Sitzecke erhebt sich eine pflanzliche Wand, auch für die Beschattung des Sitzplatzes sorgt – zumindest zum Teil – lebendiges Grün. Maulbeerbäume schützen mit ihren schirmförmigen Kronen die Sitzenden vor allzu viel Sonne und unterstreichen zugleich das südländische Flair des Platzes. Doch damit nicht genug: Auch für einen dritten Verweilort war noch reichlich Platz vorhanden. Dem alten hausnahen Terrassenstreifen vorgelagert und quasi auf halbem Weg zur Loungeecke entstand ein halbrunder Grillplatz. Hier steht nun eine Feuerschale, umringt von Sitzquadern aus Basalt. Deren raue Seitenflächen passen perfekt in die natürlich anmutende Umgebung und stehen in spannungsvollem Kontrast zu ihren glatt polierten Sitzflächen.

Maß gehalten

So viel wie nötig und so wenig wie möglich lautet das Motto beim Sichtschutz. Das Grundstück liegt am Hang, ist aber auf zwei Seiten von einer etwas tiefer verlaufenden Straße eingefasst. Um die eher unattraktive Straße weitgehend auszublenden, verstärkte Hans-Peter Forster die Bepflanzung an der straßenseitigen Böschung, wählte dafür aber Gehölze aus, die nicht allzu hoch in den Himmel wachsen werden. So erhält er den Gartenbesitzern dauerhaft die schöne Aussicht ins Tal. Richtung Nachbargrundstück schirmte er die zentrale Loungeecke mit einer Wand aus Grün ab. Die ist blickdicht, aber so filigran und lebendig, dass sie nicht erschlägt.

Naturnah und hochwertig

Bei der Materialwahl griffen Gartengestalter und Bauherren zu Charaktervollem, um starke haptische wie optische Akzente zu setzen. Der Basalt der Sitzquader auf dem Grillplatz wirkt urwüchsig-erdverbunden, der feine Kies des Sitzplatzes leicht und filigran. Trotz dieser Gegensätzlichkeit harmonieren beide bestens miteinander. Für die Beeteinfassungen wählte Forster dünne Bleche aus Cortenstahl – einem Material, das mit seiner Edelrostoberfläche sowohl modern als auch natürlich anmutet und damit bestens zum Charakter des Gartens passt.

»Hier sitzt man im wahrsten Sinne des Wortes im Grünen. Auch für die Beschattung des Sitzplatzes sorgt lebendiges Grün.«

Fotografie: Elena Monti

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