Skip to main content
TEXT   Christiane Stoltenhoff

Möhre, Rübe & Co. schmecken nicht nur, sondern sehen auch toll aus.

Die Kronen der Bäume tauschen ihr Farbenkleid, und aus Grün werden Orange und Rot. Zarte Sonnenstrahlen finden ihren Weg durch die Wolkendecke und der Duft von Brennholz liegt in der Luft: Es wird Herbst und mit ihm kommt die Zeit der Eintöpfe und Suppen. So farbenfroh wie an den Zweigen kann es auch im Suppentopf zugehen, denn passend zur Herbstfärbung der Bäume reift auf den Feldern allerlei Nahrhaftes in knalligen Farben. Wurzelgemüse wie Möhren, Rüben oder Kartoffeln – ja, auch die sind nicht immer nur hellgelb – haben aktuell Saison und eignen sich hervorragend für eine Wohlfühl-Mahlzeit. So eine bunte Suppe aus frischem Gemüse ist kräftig im Geschmack und spendet gleichzeitig innere Wärme.

Bunt, bunter, Herbstgemüse

Hier eine farbenreiche Mischung von (Wurzel-) Gemüsen aus aller Welt samt ihren Geheimnissen - und sogar Superkräften!

Vitelotte
In Deutschland kennt man sie als „blaue Kartoffel“. Sie stammt ursprünglich aus Peru und Bolivien und gilt als Urform der Kartoffel. Geschmacklich ähnelt die Vitelotte eher einer Esskastanie als einer normalen Kartoffel. Zu den meistverbreiteten Sorten gehören Linzer Blauer aus Österreich, Blauer Schwede aus Skandinavien und Valfi aus Tschechien.



Karotte
Auch Möhre, Mohrrübe, Rüebli oder Riebli genannt. Karotten haben einen hohen Gehalt an Carotin, Vitamin C, Kalium und Eisen. Besonders gut sind sie für Augen und Zähne. Neben der vertrauten orangefarbenen Möhre gibt es sie in zahlreichen weiteren Farben: Violett, Gelb, Weiß und Rot. Die verschieden gefärbten Karotten haben alle einen anderen Ursprung. Die weißen Möhren stammen aus dem Mittelmeerraum, die gelben, roten und violetten Möhren aus Afghanistan und die orangefarbenen dürften in den Niederlanden entstanden sein. Auch geschmacklich unterscheiden sie sich ein wenig: Die violette und rote Möhre sind aromatisch und sehr süß, die gelbe Möhre hingegen ist weniger süß und die weiße ist am geschmacksneutralsten.

Rotkohl
Auch Rotkabis oder Blaukabis. Ändert seine Farbe je nach pH-Wert des Bodens: Ist der Boden sauer, wird der Kohl rot, ist der Boden alkalisch, wird er blau. Fein geraspelt und gekocht, wird im Norden Deutschlands aus ihm Rotkraut, im Süden, Österreich und der Schweiz Blaukraut. Die im Kohl vorhandenen Anthocyane sind für die Farbveränderung verantwortlich. Diese findet man auch in anderen lilafarbenen Pflanzen und Blütenblättern wie z.B. Lilien. Übrigens: Die Farbe des Rotkohls kann durch Zugabe von verschiedenen Zutaten verändert werden: Essig und Äpfel färben den Rotkohl deutlich roter, durch Backpulver oder Zucker wird der Rotkohl blau.



Topinambur
Stammt aus Mexiko. Sein Name leitet sich von dem indianischen Volk der Tupinámba ab. Im 17. Jahrhundert kam Topinambur nach Europa. Wird auch Ewigkeitskartoffel genannt, da er leicht verwildert und sich stark ausbreitet. Besonders in Hungersnöten genoss Topinambur große Popularität, da er sättigt und leicht zuzubereiten ist. Er wurde jedoch im Laufe der Jahre von der Kartoffel verdrängt. Je später die Ernte, desto roter seine Farbe und nussig-süßer sein Geschmack. Aufgrund des Geschmacks wurde er bereits im 19. Jahrhundert in Destillen verwendet. Er ist aufgrund seines hohen Gehalts an Inulin für Diabeteserkrankte geeignet.

Bete
Eher bekannt als Rote Bete, wird auch Rande oder Rahner genannt. Von außen unscheinbar, doch der Schein trügt: Das Innenleben der Roten Bete bietet eine Farbexplosion. Wie der Name schon verrät, ist das Fleisch dieser Bete tiefrot. Doch die bekannte Rote Bete hat zwei enge Verwandte, auf die man eher selten trifft: die Gelbe und die Ringelbete. Die strahlend gelbe Schale sowie das Innere der Gelben Bete erinnern an die Blütenblätter einer Sonnenblume. Die Ringelbete hingegen zeigt erst aufgeschnitten ihre volle Pracht. Wunderschöne rosa Ringe zeichnen ihr Fleisch. Alle drei Sorten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch im Geschmack: Die Rote Bete hat einen intensiven erdigen Geschmack, die Gelbe Bete ist süß-mild und die Ringelbete noch süßlicher.



Rettich
Gibt es in verschiedenen Farben und Formen. Am bekanntesten ist der weiße Rettich, der rote und der lila sind eher eine Seltenheit. Die angenehme Schärfe aller Sorten entsteht durch Senföle, die unter der Schale liegen. Entfernt man sie, entfalten die Öle ihr Aroma. Rettich ist häufiger in würzigen Salaten zu finden, schmeckt aber auch in gekochter oder pürierter Variante hervorragend. Zudem ist er eine echte Vitamin-C-Bombe und hat eine antibiotische Wirkung. Trotz des Namens ist der Rettich nicht näher mit dem Meerrettich verwandt.

Weiterer Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Lagerfeuer für Fortgeschrittene

Liebe Gartenbesitzer, Ihnen brauchen wir es nicht zu sagen: Gärten sind was Wunderbares!...