Skip to main content

Wie viel Wasser braucht der Garten

Ein paar Fakten rund ums Gießen

„Wasser marsch!“ heißt es derzeit mit schöner Regelmäßigkeit in vielen privaten Gärten. Spätestens seit dem letzten Sommer machen sich viele Gartenbesitzer Gedanken um das kostbare Gut „Wasser“. Und nun stellen sich viele die Frage: „Wann muss ich gießen? Und wenn ja, wie viel?“

Eine Faustregel, wann und in welchem Umfang der Garten bewässert werden muss, gibt es nicht. Der Wasserbedarf eines Gartens ist von vielen Faktoren abhängig. Da ist zum einen die Beschaffenheit des Bodens, die regional oder sogar lokal sehr unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich gilt: Sandige und steinige Böden können Wasser schlechter speichern als Böden mit einem hohen Ton- oder Lehmanteil. Auch die grundsätzlichen klimatischen Gegebenheiten vor Ort beeinflussen den Wasserbedarf eines Gartens ebenso wie das individuelle Mikroklima des jeweiligen Gartens.

Das kommt darauf an

Neben diesen Standortfaktoren ist es vor allem die individuelle Pflanzenauswahl, die vorgibt, wie hoch der Wasserbedarf eines Gartens ist. In erster Linie sollte die Wahl der Bepflanzung natürlich auf die Standortgegebenheiten abgestimmt sein. Auf der anderen Seite lässt sich der Wasserbedarf aber auch über die Pflanzenauswahl steuern. Vollsonnige Beete trocknen schneller aus als halbschattige oder schattig gelegene. Solche Gegebenheiten sollte man sorgfältig analysieren, wenn man die Bepflanzung eines Gartens plant. Zum einen kann man dann gezielt Pflanzen auswählen, die mit den vorhandenen Bedingungen gut zurechtkommen, und zum anderen hat man dadurch die Möglichkeit, den Wasserbedarf des Gartens gezielt zu steuern. Das zahlt auf das Thema Nachhaltigkeit ein, reduziert aber auch den Aufwand.

Wer braucht wie viel Wasser

Die Blätter sind der Schlüssel. Über sie verdunstet viel Feuchtigkeit. Pflanzen mit geringem Wasserbedarf haben zum Beispiel nadelartiges Laub mit geringer Oberfläche, Blätter, die mit einer Wachsschicht oder feinsten Härchen bedeckt sind. All das reduziert die Verdunstung und damit den Wasserbedarf.

Neben dem Laub ist es das Wurzelwachstum, das mit über den Gießwasserbedarf einer Pflanze entscheidet. Rosen zum Beispiel sind Tiefwurzler, dringen mit ihrem Wurzelwerk in Erdschichten vor, die auch bei länger andauernder Trockenheit nicht so schnell austrocknen. Folglich kommen sie länger ohne Gießen aus.

Gießen? Aber richtig!

Viele gießen zwar häufig, aber zu kurz. Dann wird nur die oberste Erdschicht feucht, das Gießwasser verdunstet schnell und erreicht die Wurzeln der Pflanzen nicht. Um doch irgendwie an Wasser zu kommen, bilden sie dann flache, oberflächennahe Wurzeln aus, die wiederum schneller austrocknen. Das schadet den Pflanzen langfristig. Außerdem verschwendet man so unnötig Wasser. Deshalb ist es sinnvoll intensiv zu Wässern, was dann auch in größeren Intervallen stattfinden kann. Das gilt im Übrigen auch für den Rasen.

Ausnahmen gibt es allerdings: Frisch gesetzte Pflanzen, deren Wurzeln sich noch nicht in das angrenzende Erdreich ausgedehnt haben, brauchen ebenso häufiger Wasser wie Kübelpflanzen, und auch während des Blattaustriebs und vor der Blüte steigt der Wasserbedarf.