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Die glitzernde Wasseroberfläche lockt und verspricht ungetrübte Badefreuden. Wie schön, wenn man sich direkt im eigenen Garten erfrischen kann: keine Parkplatzsuche vor dem Badeweiher oder Freibad, keine Enge auf der Liegewiese – und das auch am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein. Neben klassischen Pools stehen Schwimmteiche ganz oben auf der Wunschliste vieler Gartenbesitzer. Wer früh mit der Planung beginnt, kann schon im kommenden Sommer abtauchen.

Schwimmen im eigenen Garten – dabei denken die meisten Menschen an türkisblaue Rechtecke. Dabei hat der klassische Swimmingpool in den letzten Jahren durchaus Konkurrenz bekommen. Schwimmteiche sind gefragter denn je, und in den letzten Jahren wurde das Angebot durch Bio-Pools ergänzt, die teilweise auch unter dem Namen Living-Pools oder Natur-Pools gebaut werden. Das Prinzip eines gängigen Swimmingpools ist den meisten aus dem Freibad geläufig: Das Wasser wird zusätzlich zur Filterung durch chemische Zusätze, meist Chlor oder Ozon, desinfiziert. In einem Bio-Pool erfolgt die Wasserreinigung anders, weiß Roland Lütkemeyer, Geschäftsführer von „Lütkemeyer – Ihr Gärtner von Eden“ Gütersloh: „Beim Bio-Pool wird dem Wasser nichts zugesetzt, sondern ­entnommen, vor allem Phosphat. Damit ist den Algen die Wachstumsgrundlage entzogen.“ Diese Filtersysteme arbeiten mit Mikroorganismen und können unterhalb eines Holzdecks verschwinden, so dass der Bio-Pool optisch nicht mehr von einem konventionellen Schwimmbecken zu unter­scheiden ist – sofern man das überhaupt wünscht.

Bei einem Schwimmteich wirken die Pflanzen nicht nur deko­rativ, sondern unterstützen auch die Wasserreinigung. An das eigentliche Bade­becken schließt sich eine Vegetationszone an. Die dort wachsenden Pflanzen sowie Mikroorganismen entziehen dem Wasser Nährstoffe und übernehmen die Reinigung auf natürliche Weise. Peter Bohr, Inhaber von „Bohr – Ihr Gärtner von Eden“ in Merzig-Schwemlingen, weiß, dass in diesem Fall mehr wirklich mehr ist: „Etwa die Hälfte des Teiches steht zum Schwimmen zur Verfügung, der Rest wird für den Regenerations­bereich benötigt. Auf Wunsch kann dieser reinigende Bereich um ein Vielfaches größer sein. Das wirkt sich positiv auf die Wasserqualität aus.“

Mehr als eine Frage des Stils

Für welche Variante man sich ­entscheidet, ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Ansprüche und Gegebenheiten vor Ort. Ein reiner Schwimmteich, der ohne technische Hilfsmittel funktioniert, braucht nach wie vor rund 120 ­Quadratmeter Platz. Je mehr Technik eingesetzt wird, desto kleiner wird der Flächenbedarf der ­Reinigungszone. Die Pflanzen werden dann von Filter- und Pumpen­systemen unterstützt. Peter Bohr: „So ein Schwimmteich lässt sich dann bereits ab einer Größe von 40 Quadratmetern verwirklichen und passt auch in kleine Gärten mit einer Größe ab 200 Quadratmetern. Neben der Ausdehnung sollte man auch an die Tiefe denken. Ich empfehle mindestens 1,6 Meter. Je tiefer der Teich ist, desto weniger Sedimente werden beim Schwimmen aufgewirbelt.“

Bei einem Bio-Pool und einem Swimmingpool sind auch erheblich kleinere Becken möglich. Wer zumindest ein paar Schwimmzüge machen möchte, wird aber allein aus diesem Grund eine Beckengröße von rund 25 Quadratmetern wählen. Der Verzicht auf chemische Desinfektionszusätze lässt den Bio-Pool im Unterhalt günstiger werden als einen Swimmingpool und ist für Menschen mit empfindlicher Haut, die kristallklares Wasser wünschen, wichtig. Allerdings erfordert der Bio-Pool eine regelmäßige Pflege.

Neben dem Platz und der Entscheidung für die Art der Wasserreinigung spielt die Gestaltung eine wichtige Rolle. Die Architektur des Hauses gibt den Stil vor. Der Garten gilt heute als verlängertes Wohnzimmer, und dann muss beides natür­lich gut zusammenpassen. Zu einem modernen Haus wirkt ein gerad­liniger Pool natürlich besonders stimmig, während bei einem Landhaus mit ­natürlich wirkendem Garten die Verzahnung von Schwimmbereich und Garten ist. Wobei auch beim Thema Schwimmen im Garten der Grundsatz gilt: Erlaubt ist, was gefällt und gut funktioniert.

Wassergärten der Profis

Roland Lütkemeyer realisiert zwischen 20 und 25 Wassergärten pro Jahr. Kein Wunder, dass ihm bisher die Zeit fehlte, um auch zu Hause eine kleine Wasseroase zu bauen, aber das soll sich bald ändern: „Mein eigener Garten ist zwar ziemlich klein, aber mit entsprechender Technik bräuchte das Becken nicht so viel Platz. Ich denke da an einen Bio-Pool oder einen kleinen Schwimmteich. Da überlege ich derzeit noch.“ Peter Bohr hat sich bereits entschieden, und zwar für einen Schwimmteich. Der setzt, anders als ein reines Schwimmbecken, zu jeder Jahreszeit Akzente: „In den Wintermonaten genieße ich den zugefrorenen Teich, der in den Morgenstunden leicht dampfend in der Sonne liegt, und im Frühjahr freue ich mich über die ersten Blüten der Sumpfdotterblume. Sie zeigt an, dass das neue Gartenjahr im Aufbruch ist.“

Schwimmgelegenheiten im Garten sind zu jeder Tageszeit attraktiv

Text
Stefanie Syren