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Schmucke Schattenspiele

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Schmucke Schattenspiele

Wenn es um Plätze geht, an denen Gartenenthusiasten verweilen wollen, gilt es, sich den Schatten gezielt ins grüne Wohnzimmer zu holen – und dazu gibt es viele baulich wie ästhetisch sehr unterschiedliche Möglichkeiten

Es ist schon ein Kreuz mit der Sonne. Eigentlich gehört sie verpflichtend auf die Zutatenliste für einen rundum gelungenen Gartentag, andererseits ist das mit der Dosierung so eine Sache. Ganz schnell wird es zu viel des Guten und für den unbeschwerten Gartengenuss ein Schattenplatz zum Muss. Deshalb braucht es in einem Garten mit Aufenthaltsqualität nicht nur entsprechende Plätze – Terrassen, Freisitze, Liegeflächen und Co. –, sondern auch die dazugehörige Beschattung. Aber bitte immer stilsicher abgestimmt auf das Drumherum, sprich Garten, Landschaft und Architektur.

 

Bäume

Wer an planvolle Beschattung für den Garten denkt, hat oft die ganz natürliche Variante des Sonnenschutzes, den Baum, gar nicht auf der Rechnung. Dabei ist so ein alter Riese mit ausladender, luftiger Krone in jeder Hinsicht eine Bereicherung für den Garten, denn er spendet nicht nur Schatten, sondern schafft auch Atmosphäre, ist Lebensraum, liefert mit sanftem Blätterrauschen eine wunderbar entspannende Hintergrundmelodie und kann – je nach Sorte – sogar noch abgeerntet werden. Ein Baum, der wirklich als Schattenspender taugt, muss allerdings einige Jährchen auf dem Buckel haben und von seiner Wuchsform her entsprechende Anlagen mitbringen – und damit sind eigentlich auch schon die problematischsten Punkte angesprochen: Wer nicht das eine oder andere Jahrzehnt warten möchte, bis sein Schattenspender die richtige Größe erreicht, hat eigentlich nur die Möglichkeit,  direkt einen großen Baum pflanzen zu lassen. Oder aber er hat das Glück, ein Grundstück mit bereits vorhandenem alten Baumbestand sein Eigen nennen zu können. Ist Letzteres der Fall, sollte bei der Gartengestaltung unbedingt überlegt werden, einen Sitzplatz unter einen dieser Bäume zu legen, allein schon um der Atmosphäre willen.

Wer tatsächlich unter die Baumpflanzer gehen will, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen, um sicher sein zu können, dass der Baum auch in ausgewachsenem Zustand noch zu den Dimensionen von Haus und Grundstück passt.

Sonnenschirme

Stationär oder mobil muss hier die erste Grundüberlegung lauten – und von der Entscheidung hängt maßgeblich ab, welche Größe der Sonnenschirm haben darf. Nur kleine Modelle lassen sich einigermaßen unproblematisch von einem Ort zum anderen bewegen, haben aber den gravierenden Nachteil, dass auch der Schatten, den sie spenden können, je nach Sonnenstand sehr begrenzt ist. Besser und meist ästhetisch auch reizvoller sind ausladendere Modelle, die an einem schwenkbaren Arm befestigt sind. Sie sind allerdings, weil sie ein ordentliches Gegengewicht am Boden benötigen, ortsfest. Je nach Gartengröße und Anzahl der Aufenthaltsbereiche lautet die Empfehlung des Gestaltungsprofis immer, mehrere zueinander passende Sonnenschutzelemente einzuplanen.

Sonnensegel

Eine Variante des Sonnenschutzes, die in den vergangenen Jahren immer mehr in Mode gekommen ist, sind Sonnensegel. Sie überzeugen zumeist durch schlichte Einfarbigkeit und lassen sich damit in jedes Farbkonzept integrieren, ohne selbst zu dominant zu wirken. Stattdessen zaubern sie mit ihrer zeltartigen Konstruktion einen Hauch von Mittelmeer- oder auch Orientatmosphäre in den Garten. Damit das Ganze aber nicht zu improvisiert und provisorisch wirkt, empfiehlt sich auch hier die Zusammenarbeit mit einem Fachmann und die Entscheidung für eine stationäre Konstruktion. Feste Fundamente für die Stützen und eine professionelle, aber dezente Verspannung sorgen für einen dauerhaft sicheren Stand. Einige Modelle können per Hand oder Motor ein- und ausgerollt werden. Das sorgt für mehr Flexibilität.

Markise

Markise? Manchem mögen da sofort Bilder von Segeltuchflächen mit braunen und orangefarbenen Streifen in den Kopf kommen, wie sie in den 70ern beinahe jede Einfamilienhausterrasse überspannten. Doch diese Zeiten sind glücklicherweise lange vorbei und Markisen heute in dezenteren Farbkombinationen oder auch in uni erhältlich, so dass sie wirklich passend zu Garten- und Architekturstil eingesetzt werden können. Markisen kommen in erster Linie unmittelbar am Haus zum Einsatz, weil sie ja befestigt werden müssen, sind also vor allem eine interessante Variante für die Hauptterrasse. Hier punkten sie gleich zweifach, wenn auch besonders bei schlechtem Wetter: Durch ihren unmittelbaren Anschluss an die Fassade gibt es auf dem Weg nach draußen keine Lücke. Wenn es also einmal regnet, gelangt man garantiert trockenen Fußes auf die Terrasse – und kann dort auch bei widrigem Wetter in aller Ruhe verweilen. Und noch ein Schlechtwetterargument für diese Art von Schutzkonstruktion: Manche Modelle verfügen über eingebaute Heizelemente. Bei Sonnenschein überzeugt die Markise vor allem durch ihre Großflächigkeit. Allerdings gilt auch hier: unbedingt den Profi zu Rate ziehen, denn zum einen sollte die Konstruktion stabil und stilistisch passend ausgewählt werden. Zum anderen ist ihre Befestigung – gerade bei wärmegedämmten Fassaden – eine diffizile Sache.

Pergola

Der Inbegriff mediterranen Gartengefühls ist sicherlich die Pergola, die es in den unterschiedlichsten Variationen gibt. Beim Material reichen die Alternativen von Holz über Metall bis zu Stein. Der Schatten kommt in der Regel durch ihre Bepflanzung, das heißt: Wer eine Pergola möchte, muss immer auch die dazugehörigen Kletterpflanzen mit einplanen. Diese sollten schnell und dicht wachsen, damit der Schatten bald verfügbar ist. Alternativ gibt es auch Konstruktionen mit statischen oder auch verstellbaren Lamellen, die je nach Sonnenstand den darunterliegenden Bereich beschatten. Und wer auch bei sommerlichem Regen gern einmal draußen sitzen, aber nicht nass werden möchte, lässt einen Teil seiner Pergola mit einem festen Dach ausstatten. Stilistisch passt eine Pergola eigentlich in jeden Garten – vorausgesetzt Material und Formensprache werden passend zum Gesamtkonzept gewählt.

Text
Christiane Stoltenhoff